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Letzte Aktualisierung Fr, 14. Sep. 2007 Mitglied seit September 2007
Weil entgegen anderslautenden Verlautbarungen dieselbigen, in keinster Weise der Wissenschaft dienlich sind.
Protest gegen die Hubertusmesse im Speyerer Dom
am 8.11.
Die katholische Kirche segnet in ihren Hubertusmessen das Töten von 5,5 Millionen Wildtieren allein in Deutschland durch die Jägerschaft ab. Statt sich auf die Seite derjenigen zu stellen, die das Leben unserer Mitgeschöpfe vor Leid bewahren wollen, erfolgt eine Verherrlichung und Segnung derjenigen durch die Kirche, die unsägliches Leid und Tod den Wildtieren bereiten.
Um gegen diesen bizarren und lebensverachtenden Brauch der Kirche zu protestieren, hielten wir am 8.11.2008 vor dem Dom zu Speyer eine Mahnwache ab. Dazu hier unser Bericht:
Erfolgreiche Mahnwache zur Hubertusmesse in Speyer
pro-iure-animalis hat am Abend des 8.11.08, parallel zur Hubertusmesse im Speyerer Dom, eine Mahnwache abgehalten, um auf den Widersinn von Hubertusmessen hinzuweisen. Zahlreiche Passanten wurden durch Flyer und Gespräche darüber informiert, was sich hinter den Hubertusmessen verbirgt. Wenig bekannt ist, dass der heilige Hubertus der Jagd entsagte, nachdem ihm der Legende nach bei der Jagd ein Hirsch mit leuchtendem Kreuz zwischen dem Geweih erschienen ist.
Er sah in dem Hirsch die Verkörperung Christi. Auf die meisten angesprochenen Personen wirkte nach dieser Information der Brauch der Kirche absurd und stößt auf breite Ablehnung. Auch wurde von den Passanten in einigen Gesprächen auf die aktuelle Diskussion zur vermeintlichen Überpopulation von Wildschweinen eingegangen; hier konnten wir umfassend darüber informieren, dass die "Problematik" von den Jägern hausgemacht ist.
Wenige Jäger zu sachlichem Gespräch bereit
Wie schon bei vergangenen Mahnwachen im Rahmen von Hubertusmessen mussten wir in Speyer wieder erfahren, dass nur ganz wenige Jäger zu sachlichen Gesprächen bereit sind. Beleidigendes Gepöbel von den Grünröcken ist dagegen häufiger anzutreffen.
Beruhigend fanden wir es zu sehen, dass die Besucherzahl bei der Hubertusmesse im Dom weit geringer war, als von uns zunächst angenommen; lediglich die ersten Reihen waren besetzt. Auch verzichtete man seitens der Jäger - wohl bedingt durch unsere Präsenz - auf eine Jagdhorndarbietung auf dem Domplatz. Nach Ende der Messe verließen viele Grünröcke den Dom lieber durch einen Seitenausgang als durch das Hauptportal.
Alles in allem werten wir die ruhig verlaufene Veranstaltung als einen Erfolg für den Tierschutz und unsere Arbeit. Der Mahnwache zur Hubertusmesse ist ein Briefwechsel mit Bischof Dr. Wiesemann vorausgegangen. Diesen finden Sie hier !
Brigitte Zarzer 04.09.2008
Ende Mai, also vor rund drei Monaten, wurden zehn österreichische Tierschützer in Untersuchungshaft genommen. Eine Nacht- und Nebelaktion, wie Betroffene berichteten. Vereinslokale und Wohnungen wurden durchwühlt, Computer beschlagnahmt. Der Vorwurf: Verdacht der Bildung einer kriminellen Organisation nach dem 278a StGB. Was den Tierschützern konkret vorgeworfen wurde, blieb dagegen weitgehend unklar.
Genau an dieser Undurchsichtigkeit und dem Geruch der staatliche Willkür entzündete sich eine öffentliche und politische Debatte. Denn wie die Anwälte der Inhaftierten betonten, gab es zunächst überhaupt keine eindeutigen Angaben zu konkreten Tatbeständen. Irgendwann 2006 wurden Fensterscheiben eines Bekleidungsgeschäftes zertrümmert und irgendwer sprühte "Pelz ist Mord". Und es gab einige Buttersäureattentate. Aber wer dafür verantwortlich war, ist bis dato nicht eindeutig geklärt.
Von behördlicher Seite wurde ein Bezug zu ALF hergestellt. ALF bedeutet Animal Liberation Front, gegründet Mitte der 1970er-Jahre von dem Tierschutzaktivisten Ronnie Lee. Das Ziel: Tierversuche und die Tötung von Tieren zu verhindern. Es gibt auch eine deutschsprachige
Website. Die "Tierbefreier" veröffentlichen regelmäßig Bekennerschreiben zu diversen Aktionen. Mal wird ein Hochstand angesägt, mal werden Nerze "befreit", mal Tierquäler zur Anzeige gebracht. Mehrheitlich wird jedoch über Sachbeschädigungen berichtet, die sicher nicht gesetzeskonform sind – weder in Deutschland noch in Österreich.
Rechtswidrige "Aktionen" sind nun eine Sache, die Bildung einer kriminellen - ja "mafiaähnlichen" - Organisation eine andere - meinen Politiker, Journalisten und viele Juristen zu dem Fall in Österreich. Die Beschuldigten gehören unterschiedlichsten Tierschutzorganisationen an, die untereinander zerstritten, teilweise sogar verfeindet sind. Auch das passt nicht so wirklich ins Bild einer "mafiaähnlichen" Struktur. Und 110 Tage Untersuchungshaft sind eine sehr lange Zeit, die unweigerlich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit aufwirft.
Einer der prominentesten Inhaftierten, Martin Balluch, Wiener Doppeldoktor in Physik und Philosophie, trat in Haft sogar in einen Hungerstreik. Der Aktivist der Organisation
"Verein gegen Tierfabriken" hängte einst eine vielversprechende akademische Karriere an den Nagel und verschrieb sein Leben dem Schutz von Tieren.
Der Verein kämpft gegen Massentierhaltung, Legebatterien, Pelzindustrie etc. "Die Untersuchungshaft dient scheinbar dazu, Menschen zu zermürben", meinte seine Freundin Elisabeth Sablik vor wenigen Tagen noch gegenüber den Medien. Bei seiner Entlassung wirkte Balluch angeschlagen – abgemagert und blass. Er könne das alles "nicht in Worte fassen", so der Aktivist kurz und knapp nach seiner Enthaftung.
Für den Grünen-Abgeordneten
Peter Pilz wurde die Causa von der konservativen
Volkspartei (ÖVP) forciert und ist ein Akt gegen kritische Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Gegenüber der Tageszeitung "Österreich" sagte Pilz:
"Es handelt sich um eine ÖVP-Aktion gegen alle Umweltaktivisten. Es gibt gegen Balluch keine Beweise, allerdings hat sich der seinerzeitige Innenminister Günther Platter vom ersten Tag an über alle Aktionen berichten lassen. Mit genau denselben Argumenten könnte die Führungsetage von Greenpeace, attac oder Global 2000 verhaftet werden."
Genau so sehen das etliche NGOs in Österreich. Die breite Solidarität aus diesen Kreisen für die Tierschützer ist auch von daher erklärbar. Der Vorwurf des "vorsorglichen Wegsperrens" war während der letzten Monate des öfteren laut vernehmbar. Anfang Juni äußerte die Menschenrechtsorganisation
Amnesty International in einer mehrseitigen Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft eine ganze Reihe von Bedenken im Zusammenhang mit der Verhaftung der Tierschützer.
Hauptkritikpunkt sei, dass der Strafgesetz-Paragraf zur Organisierten Kriminalität den Tierschützer zum Vorwurf gemacht wird, sagte AI-Generalsekretär Heinz Patzelt. Diese Bestimmungen seien damals nach dem Anschlag vom 11. September 2001 im Rahmen der Terrorismusbekämpfung eingeführt worden. Österreich habe da einen "sehr weitrechende Gummiparagrafen" formuliert – und die würden immer die Gefahr bergen, "missbraucht zu werden", so Patzelt sinngemäß. Er forderte deshalb "ganz dringend Transparenz".
Alexander Van der Bellen, Bundessprecher der Grünen, betonte ebenfalls, dass der Anti-Mafia-Paragraf gegen Menschen-, Drogen- und Waffenhandel, also organisierte Kriminalität geschaffen wurde und deshalb nicht gegen die Arbeit von NGOs eingesetzt werden sollte. "Dieser Spuk muss ein Ende haben, durch Novellierung des Anti-Mafia-Paragrafen", forderte Van der Bellen anlässlich der Freilassung der Aktivisten.
Verschiedene Kommentatoren österreichischer Medien haben ebenfalls ein Problem mit der Rechtsauslegung in diesem Fall. Sehr treffend formulierte Michael Möseneder im österreichischen
Standard vom 3. September 2008 sein Unbehagen. Zitat:
"Polizei und Justiz also vorbildlich im Einsatz für den Rechtsstaat? Nicht wirklich. Ein Jahr arbeitet eine Sonderkommission an dem Fall. Sie muss Verdachtsmomente haben, sonst wären die Hausdurchsuchungen von der Justiz kaum genehmigt worden - und dann sind 110 Tage nötig, um weitere Beweise zu sichern?
Die Verdunkelungsgefahr war nämlich einer der Hauptgründe für die lange U-Haft. Mit Verlaub: Entweder hätte man schon vorher wissen sollen, wonach man sucht - oder schneller arbeiten müssen. Aber über drei Monate Menschen in Haft zu nehmen, um sie dann mit einer halbherzigen Argumentation wieder freizulassen, riecht verdächtig nach böser Absicht."
Immerhin - die Tierschützer sind vorerst wieder auf freiem Fuß. Eine längere Untersuchungshaft wäre nicht verhältnismäßig, begründete die Staatsanwaltschaft die Entlassung, betonte aber, dass nach wie vor "Tatbegehungsgefahr" bestünde. Wie die Staatsanwaltschaft weiter vorgehen will und ob Anklage erhoben wird, ist noch unklar.
Martin Balluch und eine weitere Tierschützerin könnten dann aber schon einen Abgeordneten-Status haben. Denn die
Grünen luden zwei Aktivisten ein, als unabhängige Kandidaten auf ihren Listen für die bevorstehende Nationalratswahl zu kandieren. Eine "symbolische Kandidatur", wie ein Grün-Mandatar sagte. Martin Balluch hat sich dem Vernehmen nach über die Einladung gefreut.
Sehr geehrter Herr Generalsekretär,
Hochachtungsvoll
Petition gestartet von:
- Jens Holm, Europaparlamentarier Schweden
- Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus (SVV)
- European Vegetarian and Animal News Alliance (EVANA) “Lebensmittel gegen Futter”
Das Märchen vom Ende der Stallpflicht oder:
1001 Tatsachenberichte über die aktuelle Aufstallungspflicht, behördliche Ignoranz,
so wie
amtlich vernichtete bäuerliche Existenzgrundlagen
Ist Ruhe mit der Vogelgrippe in Deutschland? Nein!
Viele Geflügelhalter haben auch derzeit unter der staatlich verordneten "Stallpflicht für Geflügel" zu leiden, von den eingesperrten Tieren ganz zu schweigen. Sehr viele private Geflügelhalter haben bereits das sprichwörtliche Handtuch geworfen, nicht wenige nach Jahrzehnte langer Ausübung ihres Hobbys. Kaum einer der Rassegeflügelzüchter, Hühner-, Gänse- bzw. Entenhalter, der sich resigniert zur Aufgabe des Hobbys genötigt sah, wird dieses jemals wieder beginnen.
Landwirte mit Geflügel-Freilandhaltung fanden (und finden!) sich unvermittelt in von Amts wegen und ohne wissenschaftlich haltbare Begründung als "Geflügelpest-Risikogebiete" deklarierten Zonen wieder. Von jetzt auf gleich sind bei den betroffenen Landwirten die vorhandenen Ställe zu klein – was den Tieren konzeptionell als Zuflucht bei schlechter Witterung und als Schlafplatz dienen sollte, taugt nun mal nicht als Lebensraum. Ein An- oder gar Neubau ist häufig entweder technisch nicht möglich oder schlicht zu teuer. , von nicht erteilten Baugenehmigungen ganz zu schweigen.
Infolge dessen wird entweder der Bestand reduziert, was für sich genommen bereits beträchtliche finanzielle Verluste für den Landwirt bedeutet, oder aber die Geflügelhaltung ganz aufgegeben. Wer auch noch mit dem Handel Lieferverträge über "Freilandgeflügel" abgeschlossen hatte, der sieht sich unvermittelt einer Vertragskündigung auf Grund der durch die Stallpflicht bedingten Unerfüllbarkeit gegenüber.
Von der Presse ignoriert, von der Politik schikaniert, von den längst zu Marionetten der Großfinanz mutierten Funktionären der eigenen Vereine und Verbände buchstäblich verraten und verkauft: Es ist an der Zeit, den Stimmen derer Gehör zu verschaffen, die unmittelbar von der wissenschaftlich nicht zu rechtfertigenden Stallpflicht betroffen sind. Deswegen:
Rückmeldung erbeten!!
Zahlen, Daten, Fakten, Erfahrungsberichte sind gefragt – damit kein Politiker sagen kann, er hätte nicht gewußt, dass es hier nicht um Einzelschicksale sondern viele Menschen und Tiere geht.
Alles Geflügel, das diesen Frühling unter freiem Himmel genießen darf, hat diese Ausnahmeregelungen der so genannten "Geflügelpest-Schutzverordnung" zu verdanken. Denn diese besagt eisern, dass in Deutschland dauerhaft Stallpflicht herrscht. Ausnahmen können erlassen werden... Aber nicht überall: Wo sich Wasservögel sammeln oder brüten, da muss das Geflügel eingesperrt sein. Und zwar so lange, bis es uns gelingt, eine neue Verordnung durchzusetzen!
Natürlich ist das ein gravierender Eingriff in die Privatsphäre von Tierhaltern und solchen, die von Freilandprodukten leben müssen. Natürlich ist diese Regelung aberwitzig, da es keinerlei Hinweise dafür gibt, dass Wildvögel hoch pathogene Geflügelpestviren verbreiten, stattdessen aber zahllose Beweise, dass diese immer wieder in Massentierhaltungen stecken und über Transporte von Tieren, Produkten und Abfällen Weltreisen machen, oft aber erst viel zu spät entdeckt werden.
Auf der Seite WAI – NETZWERK – PHÖNIX finden Interessierte umfangreiche Belege.
Florian Rötzer 06.08.2008
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| Gelbwangen-Schopfgibbon, Kambodscha. Foto: CI/Sterling Zumbrunn |
Die nun erstmals vorhandenen soliden Daten zeigen, so Russell A. Mittermeier, Präsident von
Conservation International (CI), neben Margot Marsh Biodiversity Foundation, Disney's Animal Kingdom und IUCN Mitunterstützer des Projekts, dass die Lage dramatischer ist, als man bislang befürchtet habe. Allerdings wurden in den letzten Jahren auch noch weitere Affenarten wissenschaftlich entdeckt.
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| Weltweite Verteilung der Affen (rot). In Prozent sind die jeweils vom Aussterben bedrohten Affenarten angegeben. Bild: Conservation International |
Hauptgrund ist die Zerstörung der Lebensräume, die mit weiter wachsender Menschheit noch zunehmen wird. Das Roden und Abbrennen der tropischen Wälder bedroht nicht nur die Affen und andere Lebewesen, sondern trägt auch zur Klimaerwärmung bei. Dazu kommt die Jagd, die auch dort den Bestand der Affen gefährdet, wo der Lebensraum eigentlich noch intakt wäre. Manche Populationen würden, so IUCN, buchstäblich vom Menschen aufgefressen.
Im Scheinwerferlicht hätten bislang vor allem die Menschenaffen gestanden, die auch weiterhin ernsthaft bedroht sind, doch könnten zuerst kleine Affenarten wie Lenuren zuerst aussterben. Angenommen wird, dass etwa der Bouviers Stummelaffe (Procolobus pennantii bouvieri) unter der Waldrons Stummelaffe (Procolobus badius waldroni) schon ausgestorben sind. Beide Stummelaffen hatten in Afrika gelebt.
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| Goldgelbe Löwenäffchen, Brasilien. Foto: CI/Haroldo Castro |
Es gibt aber auch Erfolge. So konnte das brasilianische Goldgelbe Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) und das Rotsteiß-Löwenäffchen (Leontopithecus chrysopygus) als geringer gefährdet eingestuft werden, weil Schutzmaßnahmen gegriffen haben, auch wenn die Populationen noch sehr klein seien und dringend eine weitere Wiederaufforstung erfolgen müsse. Auch die Population der Berggorillas (Gorilla beringei beringei) ist in ihrem Lebensraum in Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo gewachsen.
Entdeckt wurde im Norden des Kongo, auch das gibt es überraschenderweise noch in der dicht besiedelten und weitgehend erschlossenen Welt, eine bislang unbekannte Population des Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla). Sie soll bis zu 125.000 Gorillas umfassen, wodurch deren Gesamtpopulation doppelt so groß wäre, wie bislang geschätzt wurde.
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